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Ein Schriftbestseller wird 60: Happy birthday, Helvetica!

Sie ist eine Schweizer Legende – mindestens genauso bekannt wie Toblerone-Schokolade oder Ricola-Bonbons: die Helvetica. Die Schriftart feiert in diesem Jahr ihren 60 Geburtstag, und weil sie für Designer so etwas wie „die Mutter aller Schriften“ ist, hat das Designstudio Husmee 19 Grafikdesigner eingeladen, individuelle Geburtstagsposter zu gestalten, die der Helvetica ein würdiges Schriftdenkmal zum Jubiläum setzen. Unter www.60helvetica.com sind die kreativen Beiträge zu bewundern.

Wie die Helvetica entstanden

Max Miedinger und Eduard Hoffmann sind die Väter der Helvetica, die im Jahr 1957 das Licht des Schreibtisches erblickte, der Kunde nach in der Haas’schen Schriftgießerei bei Basel. Ihr Mädchenname lautete daher zunächst „Neue Haas-Grotesk“, erst später erhielt der Typo-Bestseller seinen heutigen Namen. Anfang der 1960er-Jahre wurde die Schrift als Matrize für Linotype-Setzmaschinen herausgegeben, nachdem sie zunächst als Handsatz gedacht worden war. In diesem Zuge kam sie auch zu ihrem neuen Namen, der auf ihr Geburtsland anspielt. Nachdem sie die ersten Jahrzehnte alleine existiert hatte, bekam die Helvetica mit der Neuen Helvetica im Jahr 1983 einen attraktiven Ableger hinzu. 60 Jahre nach ihrer Taufe sind nun mehr als 50 Schnitte der Schriftart verfügbar. Heute ist übrigens sogar die Neue Haas-Grotesk wieder bei Linotype erhältlich.

Kennen Sie die Helvetica?

Wer sich nicht täglich aus Berufsgründen mit Designdingen befasst, mag zu Recht fragen: Was ist das Besondere an einer Schrift, warum sollte ich sie kennen? Die Macht der Gestaltung und die Gewohnheit des Auges sind zwei Aspekte, die man gerne unterschätzt. Denn dass Schriftarten unsere Wahrnehmung von Werbung, News und Design wie kaum etwas anderes prägen, ist belegt. Wer sich, vielleicht auch nur unterbewusst, an das Schriftbild von Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder der New York Times gewöhnt hat, wird eine Nachricht, die in ihrer Type gesetzt ist, mit anderer Wahrnehmung lesen. Die Helvetica kennen die meisten Menschen auf der Welt, weil sie die Hausschrift der Apple-Betriebssysteme ist. Serifenlos, klar, von unbestechlicher Schlichtheit – dafür ist die Helvetica auch 60 Jahre nach ihrer Entstehung ungebrochen beliebt. Ihr großer Vorteil ist ihre Flexibilität, denn sie funktioniert sowohl gedruckt wie auch digital hervorragend und lässt sich lesefreundlich und unverspielt über alle Medien einsetzen. Genau das definiert ihre Modernität.

Die sieht doch aus wie Arial!

Einen Klassiker definiert, dass er viele Nachahmer besitzt. Die Helvetica ist so ein Beispiel. Unzählige Schriften haben sich den Schweizer Erfolgsexport zum Vorbild genommen. Mit Arial, die selbst typo-unaffine Word-User rund um den Globus kennen, lässt sie sich nur auf den ersten Blick verwechseln. Beim „a“ und beim „R“ werden die eleganten Unterschiede offenbar. Wer der Helvetica im Geburtstagsjahr durch den Einsatz ihrer kreativen Grotesk-Schriftnachfolger huldigen möchte, ist übrigens mit diesen Alternativen gut beraten: Aktiv Grotesk, Folio, Neue Haas Unica, Neuzeit, Univers oder Standard CT. Wir sagen einfach nur: Gueter Geburtsdaa!

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